Im Test: Vollmetall-Hotend “Magma” von Trinity Labs (2)

Zum ersten Teil des Tests mit genauer Beschreibung des Lieferumfangs und der grundlegenden Eigenschaften des Hotends geht es hier.

Magma Hotend eingebaut in den nano-ExtruderMittlerweile habe ich mit dem Magma von Trinity Labs einige Zeit verbracht und einige nerven investiert. Doch fangen wir von vorne an: Die Montage war einfacher als gedacht. Die beim Groovemount übliche Holzplatte konnte entfallen (glücklicherweise, denn die Fräse ist ja noch nicht einsatzbereit) stattdessen konnte ich den Aluminiumkühlkörper direkt mit dem Extruderbody verschrauben – praktisch. Im Betrieb soll der Kühlkörper lediglich “Handwarm” werden. So weit konnte ich das ganze jedoch leider noch nicht testen, denn die Extrusion des Filaments sollte sich als schwierig herausstellen.

Im Originalzustand war leider so gut wie gar nichts zu erreichen. Nach ca. 10mm Filamentzufuhr war das Ende der Fahnenstange bereits erreicht und das Hotend blockierte. Anfänglich hatte ich den Fehler beim vergleichsweise schwachen Getriebeschrittmotor (PG-35L) gesucht, musste aber schnell feststellen, dass auch mit “händischem Vorschub” nichts mehr zu erreichen war.

trinity-magma-1Die Kommunikation mit dem Lieferanten Fabber Parts bzw. dessen Inhaber Christian Metzen verlief jedoch gut – er hatte zu diesem Zeitpunkt schon erfahren, dass es herstellerseitig Probleme gibt bzw. ein Produktionsfehler bekannt wurde. Mir ist schleierhaft wie es zu diesem Produktionsfehler kommen konnte, aber laut dieser Informationen sollte das Problem behebbar sein. Die innenliegenden Fase am Stahlröhrchen (auf dem Bild zu sehen) ist bei der vorliegenden Version an beiden Enden angebracht – sie sollte es wohl nur an einem Ende sein. Lösbar wäre das Problem angeblich durch aufbohren des unteren Endes um ca. 0,2mm. Dieser Lösungsweg erschien mir seltsam, da ich eigentlich damit gerechnet hätte die Fase komplett entfernen zu müssen um eine höhere Abdichtung an der Verschraubungsstelle zu erhalten.

Dennoch habe ich die Änderungen mit Hilfe eines Freundes durchgeführt. Selbst habe ich leider noch nicht die dafür nötige Drehbank. Eine saubere Bohrung wäre ohne nicht möglich gewesen. Als ich den Extruder wieder zusammengebaut habe, konnte ich mit Überraschung feststellen, dass die Extrusion nun tatsächlich lange und gleichmäßig möglich war. Die Änderung hat also tatsächlich etwas bewirkt.

Leider stellte sich jedoch beim Druckversuch dann heraus, dass es nun zwar deutlich besser klappt, für einen längeren Druck aber immer noch nicht reicht. Nach ein paar Minuten war erneut Ende und das Filament blockierte wieder. Der logische nächste Schritt war also die Fase komplett zu entfernen. Gesagt, getan – an der Schleifmaschine habe ich wenige hundertstel abgenommen bis die Fase komplett weg war.

Wieder war eine Besserung zu spüren, aber leider auch hier keine dauerhafte. Der Testdruck mit PLA endete bereits nach 3 oder 4 Schichten in erneutem und wiederholtem blockieren des Filamenttransports. Ich habe daraufhin mal das Filamentgewechselt und ABS stattdessen probiert. Das funktioniert jetzt schon mal – am Ziel bin ich dennoch noch nicht. Ich vermute dass für das im heissen Zustand flüssige PLA der Verschluss beim verschrauben der Gewinde noch nicht perfekt genug ist. Ich werde also versuchen diesen Verschluss zu verbessern. Dafür wird es aber erneut nötig sein das Hotend auszubauen und zu bearbeiten – eine gute Aufgabe für den Rest des Wochenendes… :)

Bis dahin gibt’s jetzt mal ein Video vom Druck mit diesem Hotend. Hier handelt es sich zwar um PLA und es sollte eigentlich ein Erfolgsvideo werden, leider war aber dann kurz nach Ende der Aufnahme auch Schluss mit schöner, gleichmäßiger Extrusion.

3D-Drucker: Ordbot Hadron von reprapdiscount.com (1/2)

Heute darf ich über ein Projekt berichten auf das ich mich richtig gefreut habe. Elvira von RepRapDiscount.com hat mir einen interessanten Bausatz zur Verfügung gestellt, der im Ergebnis einen richtig guten 3D-Drucker verspricht. Ob dem wirklich so ist, wie schwer es ist den Bausatz zu komplettieren und was dafür evtl. noch nötig und nicht im Bausatz enthalten ist.

Informationen zum Drucker

Beim gelieferten Bausatz soll am nach etwas Arbeit ein Ordbot Hadron herauskommen. Der Hadron ist der größere der beiden Ordbots und hat eine Bauraum von ca. 200x200x120mm. Die Höhe variiert dabei je nachdem wie das Druckbett gebaut und welches Hotend bzw. welcher Extruder verwendet wird. Die Ordbots entstammen der Buildlog Community und sind Open-Hardware-Projekte. Auf der Website sind alle Beschreibungen, Pläne und Teilelisten zu finden, sodass der Hadron auch aus Einzelteilen gebaut werden kann. Außerdem gibt es noch weitere Händler die Bausätze verkaufen. Mehr Infos dazu auf der Website.

Der Hadron ist ein 3D-Drucker mit klassisch karthesischem Antrieb, es gibt also 3 gerade Achsen (X, Y und Z) die den Bauram beschreiben – sie sind identisch mit den Antriebsachsen des Druckkopfs. Als Linearführungen für die Achsen kommen Makerslides zum Einsatz, die in der GeekWerkstatt schon bei der Fräse verwendet werden. Der Antrieb erfolgt wie bei den meisten 3D-Druckern dieser Klasse über Nema-17-Schrittmotoren, die Kraftübertragung über GT2-Zahnriemen. Als Besonderheit im Vergleich zu allen anderen Druckern die ich bisher gebaut habe: Es kommt kein einziges von anderen Druckern gedrucktes Teil zum Einsatz. Sämtliche Bauteile die nicht Standard-Schrauben oder -Winkel sind wurden aus Aluminum gefräst und geben dem Drucker nicht nur ein professionelles Antlitz sondern auch hohe Stabilität – aber dazu später mehr.

Lieferumfang

Eingetroffen ist der Ordbot in einer großen Kiste. Entgegen klassischen Bausätzen trifft dieser in sehr hohem Vorfertigungsgrad beim Besteller ein. Sämtliche Achsen und große Teiles des Gestells sind vormontiert. Selbst die Motoren, die beim kleineren der beiden Bausatzoptionen (nur mechanische Plattform) bereits integriert sind, sind an die Achsen montiert und die Zahnriemen bereits eingebaut – die müssen später lediglich gespannt werden. Bei der größeren der beiden Varianten die auch Gegenstand dieses Tests ist, ist zusätzlich noch ein komplettes Elektronikset integriert. Dieser schließt neben der eigentlichen Ramps-1.4-kompatiblen Elektronik auch mechanische sowie magnnetische Endstopschalter (Hall-Sensor), Verkabelung und einen Smart-Controller ein.

Das alles macht diesen Bausatz zu einem weitestgehenden Komplettbausatz. Zwei wichtige Dinge müssen zusätzlich noch ausgewählt und angeschafft werden: Ein passendes Netzteil (12V oder 24V – dazu später mehr) und natürlich ein passender Extruder. Das ist jedoch beides in Ordnung. Da RepRapDiscount in die ganze Welt liefert wäre ein überall passendes Netzteil wohl ebenso ein Problem wie ein für alle und jeden Einsatzzweck geeigneter Extruder. Beides wird daher im Rahmen dieses Berichts nur am Rande erwähnt werden – auf diese Punkte gehe ich an anderer Stelle nochmal ein.

Preis

Der Ordbot Hadron ist wie bereits erwähnt in zwei Ausführungen erhältlich. Beide können im Shop bei RepRapDiscount.com bestellt werden. Der Basisbausatz inkl. Motoren und Zahnriemen kostet zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels $499 USD, das Komplettpaket mit Elektronik kommt auf $699 USD. Zusätzlich zu den Versandkosten aus China von rund $70 USD ist noch die deutsche Einfuhrumsatzsteuer und die Zollgebühren zu berücksichtigen. Neben anderen Produkten von RepRapDiscount ist der Basisbausatz auch in Deutschland kaufbar: fabber-parts.de führt ihn aktuell für 399€.

Wie bereits erwähnt fehlen im Lieferumfang selbst beim großen Bausatz noch Extruder und Netzteil – für beide Zusammen sind je nach Ausführung ca. 100-180€ zu kalkulieren.

Im zweiten Teil gibt’s dann neben Vorschlägen für Extruder und Netzteil auch weitere Bilder aus der Bauphase, Tipps zum Aufbau und Videos zum Ordbot Hadron.