3D-Drucker: Ordbot Hadron von reprapdiscount.com (2/2)

Die Veröffentlichung des ersten Teils dieses Tests liegt schon eine Weile zurück. Das liegt einerseits daran, dass hier im Sommer alles etwas langsamer geht und andere Dinge dazwischen gekommen sind. Andererseits wollte ich mit dem OrdBot erstmal ausreichend Erfahrungen sammeln um diese direkt in den zweiten Teil des Tests einfließen zu lassen.

Um es vorweg zu nehmen: Ich bin ziemlich zufrieden mit dem Bausatz, der mit etwas Erfahrung und einer guten Auswahl an Zubehörteilen zu einem richtigen guten Drucker wird – aber da wollen wir uns jetzt mal Stück für Stück herantasten.

Wie aus dem ersten Teil zu ersehen ist geht der Zusammenbau des Rahmens natürlich recht einfach vonstatten. Die Tatsache, dass alle Achsen vormontiert inklusive der Motoren daher kommen, spart eine Menge arbeit beim schrauben – selbstverständlich aber nicht beim ausrichten. Nach dem zusammensetzen sollte man also tunlichst darauf achten, dass die Achsen auch im Winkel richtig stehen erst dann entsprechend fixieren.

Wichtig ist beim Aufbau auch die Ausrichtung der Motoren für die beiden Z-Achsen. Sie müssen mit ihren Montageplättchen so verschoben werden, dass die Sachen in einer Flucht mit den Alu-Muttern an der X-Achse stehen. Das ist allerdings kein besonders aufwändiger Akt und in wenigen Minuten erledigt. Insgesamt sollte der Drucker selbst bei wenig Erfahrung nicht deutlich mehr als einen Tag in Anspruch nehmen.

In den Originalbauanleitungen des OpenSource-Projekts wird empfohlen die Aluprofile anzubohren und die Kabel dadurch innen an den Profilen entlang zu legen. Ich habe mich dagegen entschieden, da der Aufwand zum einen nicht unerheblich ist und außerdem die Wartbarkeit deutlich darunter leiden dürfte. Die Elektronik planmäßig am oberen breiten Blech zwischen den beiden Z-Achsen montiert. Daher bietet es sich geradezu an die Kabel hinten an den Z-Achsen in den Nuten entlang nach unten zu verlegen. Gesagt getan – ebenso relativ problemlos. So dauerte es nicht lange und der erste Druck des Ordbot konnte erfolgen.

So ging der Bau des Ordbot Hadron recht unproblematisch vonstatten: Einziger Problempunkt waren die Führungsräder der Makerslides an der Y-Achse, also am Drucktisch. Hier wurden die Löcher in der Aluplatte, in die die Exzentermuttern gesetzt werden nicht sauber gefertigt und sind daher ein klein wenig zu groß. Außerdem wurden ab Werk die schrauben deutlich zu stark angezogen. Der komplette Ausbau der Schrauben, säubern der Löcher und einsetzen neuer Muttern, die ich glücklicherweise auf Lager hatte konnte das Problem lösen. Wichtiger als die neuen Muttern war aber der gefühlvolle einbau selbiger. Sie dürfen nur gerade so fest angezogen werden, dass sie im leicht zu großen Loch an Ort und Stelle bleiben und dennoch locker genug sind um die freie Bewegung der Kugellager zu ermöglichen. Ich habe daher die normalen M4-Muttern an dieser Stelle durch Stopmuttern ersetzt.

Als Extruder kamen und kommen in der GeekWerkstatt verschiedene Varianten zum Einsatz. Im Druck ist es ein 1,75mm Bowden-Extruder von reprap-fab.org als erster Test. Hauptsächlich setze ich seither den direktgetriebenen Bruder aus dem gleichen Hause ein. Ich teste aber auch weiterhin neue Hotends, so wurde erst vor wenigen Tagen der selbst entworfene Extruder für einen Getriebeschrittmotor und das Hotend “Prusanozzle” fertig. Dazu dann in einem getrennten Beitrag nochmal ein paar mehr Details.

Fazit: Alles in allem ein sehr empfehlensweter Bausatz für den Ordbot Hadron von reprapdiscount.com. Die Qualität des fertigen Produkts ist erste Sahne und bei dem Preis kaum zu toppen. Die Erfahrungen die zum Bau nötig sind halten sich in Grenzen, so dass man unterm Strich sagen kann, dass hier auch Einsteiger einen sehr hochwertigen Drucker bekommen, der summa sumarum unter 1000€ Anschaffung zu bekommen ist.

3D-Drucker: Ordbot Hadron von reprapdiscount.com (1/2)

Heute darf ich über ein Projekt berichten auf das ich mich richtig gefreut habe. Elvira von RepRapDiscount.com hat mir einen interessanten Bausatz zur Verfügung gestellt, der im Ergebnis einen richtig guten 3D-Drucker verspricht. Ob dem wirklich so ist, wie schwer es ist den Bausatz zu komplettieren und was dafür evtl. noch nötig und nicht im Bausatz enthalten ist.

Informationen zum Drucker

Beim gelieferten Bausatz soll am nach etwas Arbeit ein Ordbot Hadron herauskommen. Der Hadron ist der größere der beiden Ordbots und hat eine Bauraum von ca. 200x200x120mm. Die Höhe variiert dabei je nachdem wie das Druckbett gebaut und welches Hotend bzw. welcher Extruder verwendet wird. Die Ordbots entstammen der Buildlog Community und sind Open-Hardware-Projekte. Auf der Website sind alle Beschreibungen, Pläne und Teilelisten zu finden, sodass der Hadron auch aus Einzelteilen gebaut werden kann. Außerdem gibt es noch weitere Händler die Bausätze verkaufen. Mehr Infos dazu auf der Website.

Der Hadron ist ein 3D-Drucker mit klassisch karthesischem Antrieb, es gibt also 3 gerade Achsen (X, Y und Z) die den Bauram beschreiben – sie sind identisch mit den Antriebsachsen des Druckkopfs. Als Linearführungen für die Achsen kommen Makerslides zum Einsatz, die in der GeekWerkstatt schon bei der Fräse verwendet werden. Der Antrieb erfolgt wie bei den meisten 3D-Druckern dieser Klasse über Nema-17-Schrittmotoren, die Kraftübertragung über GT2-Zahnriemen. Als Besonderheit im Vergleich zu allen anderen Druckern die ich bisher gebaut habe: Es kommt kein einziges von anderen Druckern gedrucktes Teil zum Einsatz. Sämtliche Bauteile die nicht Standard-Schrauben oder -Winkel sind wurden aus Aluminum gefräst und geben dem Drucker nicht nur ein professionelles Antlitz sondern auch hohe Stabilität – aber dazu später mehr.

Lieferumfang

Eingetroffen ist der Ordbot in einer großen Kiste. Entgegen klassischen Bausätzen trifft dieser in sehr hohem Vorfertigungsgrad beim Besteller ein. Sämtliche Achsen und große Teiles des Gestells sind vormontiert. Selbst die Motoren, die beim kleineren der beiden Bausatzoptionen (nur mechanische Plattform) bereits integriert sind, sind an die Achsen montiert und die Zahnriemen bereits eingebaut – die müssen später lediglich gespannt werden. Bei der größeren der beiden Varianten die auch Gegenstand dieses Tests ist, ist zusätzlich noch ein komplettes Elektronikset integriert. Dieser schließt neben der eigentlichen Ramps-1.4-kompatiblen Elektronik auch mechanische sowie magnnetische Endstopschalter (Hall-Sensor), Verkabelung und einen Smart-Controller ein.

Das alles macht diesen Bausatz zu einem weitestgehenden Komplettbausatz. Zwei wichtige Dinge müssen zusätzlich noch ausgewählt und angeschafft werden: Ein passendes Netzteil (12V oder 24V – dazu später mehr) und natürlich ein passender Extruder. Das ist jedoch beides in Ordnung. Da RepRapDiscount in die ganze Welt liefert wäre ein überall passendes Netzteil wohl ebenso ein Problem wie ein für alle und jeden Einsatzzweck geeigneter Extruder. Beides wird daher im Rahmen dieses Berichts nur am Rande erwähnt werden – auf diese Punkte gehe ich an anderer Stelle nochmal ein.

Preis

Der Ordbot Hadron ist wie bereits erwähnt in zwei Ausführungen erhältlich. Beide können im Shop bei RepRapDiscount.com bestellt werden. Der Basisbausatz inkl. Motoren und Zahnriemen kostet zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels $499 USD, das Komplettpaket mit Elektronik kommt auf $699 USD. Zusätzlich zu den Versandkosten aus China von rund $70 USD ist noch die deutsche Einfuhrumsatzsteuer und die Zollgebühren zu berücksichtigen. Neben anderen Produkten von RepRapDiscount ist der Basisbausatz auch in Deutschland kaufbar: fabber-parts.de führt ihn aktuell für 399€.

Wie bereits erwähnt fehlen im Lieferumfang selbst beim großen Bausatz noch Extruder und Netzteil – für beide Zusammen sind je nach Ausführung ca. 100-180€ zu kalkulieren.

Im zweiten Teil gibt’s dann neben Vorschlägen für Extruder und Netzteil auch weitere Bilder aus der Bauphase, Tipps zum Aufbau und Videos zum Ordbot Hadron.