Wandverkleidung und Kabelrinne aus Spanplatten

Die Plattenlieferung meines Schreiners am vergangenen Freitag beinhaltete nicht nur die MDF-Platten für die Eigenbau-Werkbank sondern auch noch passende Zuschnitte von 19mm-Rohspanplatten für eine Wandverkleidung.

Warum eine Wandverkleidung? Beim Haus in das wir gezogen sind, sind die Wände mit relativ weichem Gipsputz verputzt. Der Gipsputz ist zwar relativ leicht auszubessern und auch halbwegs schnell trocken, bleibt aber lange weich und am Ende immer relativ empfindlich gegen Stöße und Kratzer. Da ich aus altem Bestand zwei recht große Tischplatten übrig hatte die ich im Keller jetzt als Arbeitsplatz für Computer, Löten etc. nutzen wollte und die an der Wand stehen sollten musste also diese Wand geschützt werden. Außerdem wollte ich eine Möglichkeit für einfache und flexible Wandbefestigung haben um schnell mal ein wenig Werkzeug oder verschiedene Ablagen dranbauen zu können.

Die Wahl fiel am Ende auf einfache Spanplatten. Gegenüber den üblichen Werkstatt-Lochplatten hat diese Lösung den Vorteil, dass sie deutlich günstiger ist, noch flexibler und sie bot mir die Möglichkeit direkt noch eine Rinne zur Kabelführung und zur Ablage von Steckdosenleisten zu integrieren. Letzteres war mir besonders wichtig, weil bei der doch recht hohen Anzahl an Gerätschaften, Ladegeräten, etc. bei meinen Basteleien sonst grundsätzlich das Kabelchaos herrscht. Auf dem Tisch sowieso – gerne aber auch unter dem Tisch.

Die Dicke der Rohspanplatten beträgt 19mm – damit sind sie dick genug um eine ordentliche Befestigungsgrundlage für kleine Ablagen, Leuchten und ähnliches zu bieten. Die Montage dieser Dinge kann nun schnell und ohne nachhaltige Schäden an der Wand (Bohrlöcher für Dübel) geschehen. Die Platten selbst habe ich an der Wand mit nur 3 schrauben (4,5 x 50mm) befestigt – zwei oben links und rechts und eine unten in der Mitte die die jeweilige Platte an der Wand hält. Zu beiden Seiten hin ist das “L” nun ca. 2,80m lang und 80cm hoch. Die umlaufende Kabelrinne ist bereits gut genutzt. An zwei Stellen habe ich sie mit entsprechenden Löchern und Kabeldurchführungen ergänzt. Bilder dazu und von der fertigen Ecke mit Tischen folgen bei Gelegenheit. Die Rinne selbst ist 13cm breit und bietet dadurch neben einer darin liegenden Steckdosenleiste seitlich noch genug Platz für ein paar vorbei laufende Kabel.

Eigenbau-Werkbank aus Küchenschränken und ein paar MDF-Platten

Für die neue Werkstatt war klar, dass es eine Werkbank geben muss, also ein Tisch der stabil genug ist um einen Schraubstock und ein paar Maschinen zu tragen und den auf ihm ausgerichteten Arbeiten standzuhalten. Eine ganze Weile habe ich überlegt wie so ein Tisch am besten beschaffen sein könnte ohne dabei einen gewissen – nicht genau definierten – finanziellen Rahmen nicht zu sprengen.

Bei der Planung der bereits vorhandenen Einbauküche war schnell klar dass nach dem Umzug ein paar Schränke übrig bleiben würden. Leider waren es nur zwei Unterschränke, wovon einer der des Herds war – also ohne Einlegeböden, Schubladen oder Tür und der andere ein 30cm breiter Auszug. Nicht gerade viel für eine ordentliche Eigenbau-Werkbank. Allerdings blieben auch ein paar Hängeschränke übrig und sehr viele Füße die wir beim Umbau der Küche tauschen mussten.  Kurzerhand habe ich die Füße unter die Hängeschränke geschraubt und ausprobiert ob das irgendwie sinnvoll sein könnte.

Nach dem Küchenumbau übrig geblieben Unterschränke und Hängeschränke (auf Füßen)

Nach dem Küchenumbau übrig gebliebene Unterschränke und Hängeschränke (auf Füßen)

Ein 80cm-Unterschrank kam hinzu. Insgesamt war nun der gesamte vorhadene Platz zwischen Wand und Regal (nicht im Bild) ausgefüllt war.

Ein 80cm-Unterschrank kam hinzu. Insgesamt war nun der gesamte vorhadene Platz zwischen Wand und Regal (nicht im Bild) ausgefüllt.

Das sah im Grunde schon ganz gut aus. Mir gefiel der Gedanke der unterschiedlichen Arbeitshöhen und da ich selbst recht groß bin kam mir auch die durch die langen Füße große Arbeitshöhe sehr entgegen. Klar war aber auch, dass insgesamt noch etwas Breite hinzu kommen könnte und  auch, dass die teilweise fehlenden Türen noch ran müssen. Ein kurzer Check des Gebrauchtmarks ergab, dass für Ikea-Küchen (wie dies eine ist) gebraucht immer noch zu gutes Geld bezahlt wird, als dass sich das tatsächlich lohnen würde. Letztlich habe ich mich dazu entschlossen einen 80cm Unterschrank dazu zu kaufen und auch bei den Türen auf neue zu setzen. Erstaunlicherweise sind die billigsten Türen bei Ikea wirklich extrem billig, sodass die komplette Erweiterung der Küche mit weniger als 100€ zu Buche geschlagen hat – deutlich günstiger als eine fertige Werkbank und am Ende auch deutlich größer.

Doppelt verleimte 19mm MDF-Platte als Hauptarbeitsfläche. Stabil und schwer - eine richtig gute Lösung.

Doppelt verleimte 19mm MDF-Platte als Hauptarbeitsfläche. Stabil und schwer – eine richtig gute Lösung.

Nun kam die Überlegung ins Spiel wie die Arbeitsplatte aussehen muß. Ziemlich schnell war klar, dass eine Standard-Küchenarbeitsplatte nicht in Frage kommt weil die übliche Tiefe von 60cm für eine Werkbank doch sehr knapp bemessen ist und der Platz in diesem Raum ausreicht um etwas weiter von der Wand wegzugehen. Erschwerend kam hinzu, dass die Hängeschränke nur eine Tiefe von 37cm aufweisen, weshalb zur Absicherung der Platte vor allem bei den beiden höheren Schränken etwas unternommen werden muss. Im Gespräch mit dem Schreiner ergab sich, dass aus Kosten- und Stabilitätsgründen eine MDF-Platte eine sinnvolle Lösung sein könnte. Sämtliche anderen als Arbeitsplatten tauglichen Platten sind recht teuer und oft auch nicht frei von Verzug. MDF ist sehr hart, relativ schwer, stabil und billig genug um nach ein paar Jahren auch mal ausgetauscht zu werden, wenn größere Beschädigungen vorhanden sein sollten. Kleinere “Unfälle” lassen sich durch schleifen oder mit Holz/Leim-Mischung auffüllen beheben.

DenHöhenunterschied haben wir für eine Kabeldurchführung genutzt. Die Anbringung oben verhindert, dass große Staubmengen von der Arbeitsplatte nach unten gelangen.

DenHöhenunterschied haben wir für eine Kabeldurchführung genutzt. Die Anbringung oben verhindert, dass große Staubmengen von der Arbeitsplatte nach unten gelangen.

Für den erhöhten Bereich hatte mein Schreiner glücklicherweise noch eine 38mm-Platte in passendem Maß, für den Rest haben wir eine komplette Platte (2,07m x 2,80m) in 19mm bestellt um sie dann für die Hauptauflagefläche (ca 2,30m x 0,80m) übereinander zu verkleben. Die Reste der Platte haben wir dazu verwendet um rund um die Werkbank einen Schutz für die Wand zu haben. Diese Platten dienen gleichzeitig dazu schnelle Befestigungen an der Wand vornehmen zu können ohne dafür immer gleich einen Dübel zu setzen. Denkbar sind hier Werkzeugbefestigungen oder eben die in den Bildern sichtbare Steckdose. Die Platte hinter der Hauptarbeitsfläche habe ich dafür mit 2 Schrauben (4x50mm) in die Wand befestigt, die “Umrandung” des erhöhten Bereichs habe ich stumpf aufgeleimt, da hier ohnehin kaum mit Belastung zu rechnen ist – so konnte ich unnötige Dübellöcher sparen.

Und so sieht das ganze nun fertig aus – gefällt mir richtig gut. Und Euch?

Fertige Werkbank mit allen Türen und montierter Arbeitsplatte sowie Wandschutz.

Fertige Eigenbau-Werkbank mit allen Türen und montierter Arbeitsplatte sowie Wandschutz.

Werkbank 7

Die GeekWerkstatt im Aufbau (2) – Der Bautisch ist komplett

Nachdem ich im letzten Beitrag bereits ausführlich über die Tischböcke geschrieben hab, ist nun noch der Rest des Bautisches dran. Der Bautisch wird die Basis für die Meisten Basteleien sein. Er wird die größte Tischfläche in der Werkstatt haben und längs in den Raum hineinragen. Das hat vor allem bei größeren Objekten den Vorteil, dass nicht immer das Objekt selbst gedreht werden muss, sondern der Tisch möglichst gut von der gegenüberliegenden Seite begehbar ist.

Da der Tisch auch für den Flugmodellbau verwendet werden soll ist es wichtig, dass die Platte möglichst gerade ist. Außerdem soll auch in der Mitte zwischen den beiden Tischböcken noch rausreichend Stabilität vorhanden sein um auch mal eine schwerere Maschine dort abzustellen. Damit das Gewicht der Tischplatte dennoch gering genug ist um jederzeit ohne Fremde Hilfe die Tischböcke in der Höhe verstellen oder verrücken zu können habe ich mich zu einer Lösung mit Trägerprofilen entschieden. Wie im letzten Beitrag bereits geschrieben habe ich dafür Vierkantprofile von einem Bekannten bekommen, die ich im ersten Schritt mit der Stahlbürste entrostet und anschließend geschliffen habe.

Danach habe ich sie mit einem All-in-one-Lack (Grundierung und Lack in einem) vor weiterem verrosten geschützt. Die Lackiererei war im Grunde viel zu aufwändig und der Lack war ebenfalls nicht der richtige, sodass das ganze Theater 3 Tage in Anspruch genommen hat. In Zukunft werde ich für solche Lackierarbeiten andere Farbe verwenden – dazu dann an geeigneter Stelle mehr.

Nachdem die Profile nun endgültig lackiert und getrocknet waren habe ich sie symetrisch zur Mitte mit der PLatte verschraubt, so dass am Ende zum Rand des Bocks auf jeder Seite noch ca. 10cm Platz waren damit die Profile nicht so schnell von den Tischböcken rutschen können. Am Ende noch die Tischplatte etwas verschliffen und die Kanten entschärft und fertig war der Bautisch.

Die Tischplatte ist übrigens eine 3-Schicht-Platte aus Fichtenholz vom Schreiner. Das ist zwar nicht die billigste Lösung, allerdings eine sehr vielseitige. Die Platte ist nicht all zu schwer, sodass ich sie samt den Profilen zur Not alleine bewegen kann. Außerdem ist sie sehr gerade und verzugsfrei (durch die Profile sowieso) und die Oberfläche ist weich genug um für den Flugmodellbau oder ähnliche Arbeiten auch mal Nadeln reinstecken zu können. Die Größe des Bautischs beträgt jetzt üppige 245x100cm, die Platte ist 19mm dick.

Die GeekWerkstatt im Aufbau (1) – Vika Artur für den Bautisch

Damit ihr Euch ein besseres Bild von dem machen könnt was hier künftig zu lesen sein wird und was das mit dieser Geekwerkstatt wird, will ich Euch heute kurz die Ist-Situation erklären und das was in den nächsten Tagen und Wochen passieren soll.

Die Räumlichkeit für die GeekWerkstatt ist ein Kellerraum von ca. 35m². Noch dient der Raum als Abstellplatz für dies und das und alles was nach einem Umzug noch so herumsteht. Die Verwandlung in eine Werkstatt hat jedoch bereits begonnen. Neben zwei ehemals als Schreibtische genutzte Multiplexplatten auf Tischbeinen wird als nächstes ein “Bautisch” entstehen. Dieser Tisch wird von der Wand in den Raum ragen und ca. 250cm lang und 100cm breit sein. Durch die Position ist er an beiden langen Seiten zugänglich was vor allem beim Bau größerer Gegenstände oder Maschinen sinnvoll ist.

Ikea Vika Artur Karton

Als Basis für diesen Tisch dienen zwei Tischböcke. Ich habe mich für Vika Artur von Ikea entschieden. Es handelt sich dabei um höhenverstellbare Tischböcke aus Buchenholz die mit 25€ pro Stück zudem nicht all zu teuer sind. Die sind richtig stabil und werden die Tischplatte (Fichte/3-Schicht) nebst stabilisierenden Vierkantprofilen aus Stahl problemlos tragen.

Ikea Vika Artur aufgebaut

Während die Tischplatte noch auf sich warten lässt, habe ich mich entgegen erster Planungen dazu entschlossen die Vierkantprofile, die ein Freund in der Garage hatte und mir freudigerweise überlassen hat, zu entrosten und lackieren. Dazu dann beim nächsten mal mehr.